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23. März 2025Eine Stellungnahme für die Rechte unserer Kinder Der Artikel stellt eine gefährliche Frage: Haben Kinder Museumsbesucher verdrängt?
Unsere klare Antwort: Nein. Aber Kinder werden systematisch verdrängt – aus öffentlichen Räumen, aus Sichtbarkeit, aus gesellschaftlichem Verständnis.
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1. Öffentliche Räume gehören allen – besonders auch den Kindern. Ein Museumscafé ist kein elitärer Rückzugsort, sondern ein kultureller Begegnungsraum. Und dieser muss für alle zugänglich sein – auch für Familien mit kleinen Kindern. Wenn Spielzeug entfernt wird, weil es „stört“, ist das keine neutrale Entscheidung, sondern eine gezielte Ausgrenzung.
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2. Kultur ist kein Privileg der Stillen – sie ist ein Recht aller. Kinder brauchen Kultur – und Kultur braucht Kinder. Wer Museen auf eine Atmosphäre der Disziplin und Ruhe reduziert, verkennt ihren eigentlichen Zweck: Bildung, Teilhabe, Auseinandersetzung. Auch mit Geräuschen. Auch mit Leben. Auch mit Kinderlachen.
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3. Spielsachen als Sicherheitsrisiko? Im Artikel wird erwähnt, dass Spielsachen aus „sicherheitstechnischen Gründen“ entfernt wurden. Diese Argumentation ist höchst fragwürdig. Ein Puzzle, ein Holzspiel oder eine Bücherkiste als Gefahrenquelle darzustellen, lenkt von der eigentlichen Frage ab: Warum stören uns Kinder überhaupt so sehr, dass wir nach Vorwänden suchen, sie auszuschließen?
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4. Kinderrechte sind kein Vorschlag – sie sind verbindlich. Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention spricht jedem Kind das Recht auf Spiel, Freizeit und kulturelle Teilhabe zu. Diese Rechte stehen nicht unter Vorbehalt. Sie gelten – auch wenn sich manche dadurch gestört fühlen.
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5. Wer „kinderfreundlich“ als Warnung empfindet, muss sich fragen: Wollen wir eine Gesellschaft, die Kindern keinen Platz mehr einräumt? Der Artikel zeigt, wie der Begriff „kinderfreundlich“ mittlerweile abschreckend wirken kann. Das ist keine Kritik an Kindern – sondern ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Und es ist alarmierend.
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6. Es geht um mehr als Spielzeug in einem Café – es geht um Haltung. Ob in Museen, Restaurants oder Parks: Wenn wir anfangen, Kindern den Raum zu entziehen, weil sie zu laut, zu beweglich oder zu präsent sind, dann entziehen wir ihnen ein Stück Kindheit – und uns als Gesellschaft ein Stück Menschlichkeit.
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Ein Appell – an alle, die Verantwortung tragen: @nwz_online @landesmuseum.wuerttemberg @stuttgart_de @bundesregierung.de – ist das euer Ernst? Spielsachen als Sicherheitsrisiko? Kinder als Störfaktor? Ein kinderfreundlicher Ort wird zurückgebaut – und niemand hält dagegen?
Wir leben in einem Land, das die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert hat. Und doch scheint es 2025 noch möglich, dass ein Puzzle in einem Museumscafé als „zu viel“ empfunden wird – während Familien mit Kindern leise aussortiert werden.
Wir sagen: Nein. Nein zu einer Kultur, die Kinder nur dann akzeptiert, wenn sie leise, angepasst und unsichtbar sind. Nein zu Entscheidungen, die Teilhabe verhindern, statt sie zu ermöglichen. Und ja – zu einer Gesellschaft, die Kinder schützt. Und mitdenkt.
Zeitungsartikel vom 21.3.2025 aus der Neuen Württembergischen Zeitung