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Faszien und Rückenschmerzen – mehr als eine Muskelhülle

Faszien wurden lange vor allem als Binde- und Hüllgewebe betrachtet. Heute wissen wir, dass bestimmte Faszien deutlich stärker an der sensorischen Verarbeitung beteiligt sind als früher angenommen.

Besonders interessant ist die thorakolumbale Faszie im unteren Rücken.

Faszien können Schmerzsignale liefern
In faszialem Gewebe befinden sich zahlreiche freie Nervenendigungen, darunter auch Nozizeptoren. Sie können auf potenziell gewebeschädigende mechanische oder chemische Reize reagieren.
Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass eine Reizung der thorakolumbalen Faszie Schmerzen auslösen kann. Damit ist sie grundsätzlich eine mögliche Quelle von Rückenschmerzen.
Die häufig verbreitete Aussage, Faszien hätten generell dreimal mehr Nervenendigungen als Muskeln, lässt sich allerdings nicht pauschal auf alle Faszien und Muskeln übertragen.

Bedeutet Rückenschmerz deshalb ein Faszienproblem?
Nein.

Rückenschmerzen entstehen häufig durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Muskeln, Gelenke, Bandscheiben, Nervensystem, Schlaf, Belastung und psychosoziale Faktoren können beteiligt sein.
Faszien sind also ein Teil des Systems – nicht die universelle Erklärung für Rückenschmerzen.
Genau das macht die moderne Faszienforschung interessant: Ein Gewebe, das früher häufig primär mechanisch betrachtet wurde, wird heute auch hinsichtlich seiner sensorischen und nozizeptiven Eigenschaften untersucht.

Bildquelle: Adobe Express

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