
Ab dem 5. Januar wieder regulär für Sie da – wie Akut- und Kurztermine bei uns sinnvoll eingesetzt werden
3. Januar 2026Viele Frauen erleben zyklische Veränderungen.
Für manche jedoch wird die zweite Zyklushälfte jeden Monat zu einer massiven Belastung – emotional, kognitiv und körperlich.
Reizbarkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmung, Angst, Schlafstörungen oder das Gefühl, „nicht mehr man selbst zu sein“ treten regelhaft vor der Menstruation auf und verschwinden oft mit Beginn der Blutung.
Wenn diese Symptome nicht nur unangenehm, sondern deutlich einschränkend sind, kann es sich um die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) handeln.
PMDS ist real. Und sie ist ernst zu nehmen.
PMDS ist nicht „starkes PMS“
PMDS wird heute als zyklusabhängige neurobiologische Störung eingeordnet.
Der entscheidende Punkt:
Nicht die Höhe der Hormone ist ausschlaggebend – sondern die Reaktion des Nervensystems auf hormonelle Veränderungen.
Wissenschaftliche Studien zeigen:
-
Die Spiegel von Östrogen und Progesteron sind bei Betroffenen häufig unauffällig
-
Das zentrale Nervensystem reagiert jedoch überempfindlich auf normale hormonelle Schwankungen
-
Insbesondere die Serotoninregulation im Gehirn spielt eine zentrale Rolle
PMDS ist damit keine Einbildung, keine Charakterschwäche und kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit.
Warum die zweite Zyklushälfte besonders herausfordernd sein kann
Nach dem Eisprung verändern sich mehrere physiologische Systeme gleichzeitig:
-
Abfall des Östrogenspiegels
-
Veränderungen des Progesterons
-
Schwankungen von Neurotransmittern wie Serotonin
-
Erhöhte Reaktivität des Stresssystems (HPA-Achse)
-
Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
Bei einem stabil regulierten Nervensystem können diese Anpassungen gut kompensiert werden.
Bei PMDS gerät diese Regulationsfähigkeit aus dem Gleichgewicht.
Das erklärt, warum Symptome:
-
oft plötzlich auftreten
-
sich innerhalb weniger Tage deutlich zuspitzen
-
mit Einsetzen der Menstruation häufig rasch nachlassen
PMDS betrifft mehr als die Psyche
PMDS ist kein rein psychisches Geschehen.
Beteiligt sind mehrere Ebenen, die sich gegenseitig beeinflussen:
-
Zentrales und vegetatives Nervensystem
-
Schlaf- und zirkadiane Rhythmen
-
Stressachsen und Cortisolregulation
-
Entzündungsprozesse
-
Emotionale Verarbeitung und Belastbarkeit
Diese Multisystem-Beteiligung erklärt, warum eindimensionale Erklärungsmodelle oder pauschale Lösungen der Komplexität von PMDS nicht gerecht werden.
Wie erfolgt die diagnostische Einordnung?
Wichtig zu wissen:
Es gibt keinen einzelnen Laborwert, mit dem PMDS sicher diagnostiziert werden kann.
Als diagnostischer Standard gilt:
-
ein strukturiertes Zyklustagebuch über mindestens zwei Zyklen
-
Dokumentation von Stimmung, Schlaf, körperlichen Symptomen und Leistungsfähigkeit
-
ein klarer zeitlicher Zusammenhang mit der zweiten Zyklushälfte
Gleichzeitig ist eine Differenzialdiagnostik wichtig, um andere Ursachen auszuschließen, z. B.:
-
depressive Erkrankungen
-
Angststörungen
-
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Was in der wissenschaftlichen Diskussion berücksichtigt wird
In der medizinischen und wissenschaftlichen Literatur werden – abhängig von individueller Situation und fachlicher Einordnung – verschiedene Ansatzpunkte diskutiert, darunter:
-
psychoedukative Einordnung und Aufklärung
-
Stabilisierung des Schlaf-Wach-Rhythmus
-
Unterstützung neurobiologischer Regulationsprozesse
-
Berücksichtigung stressassoziierter Mechanismen
-
körperorientierte und regulative Verfahren
-
ggf. schulmedizinische Therapieoptionen (z. B. zyklische medikamentöse Ansätze)
Welche dieser Aspekte medizinisch sinnvoll sind, muss individuell und professionsübergreifend beurteilt werden.
Warum Aufklärung ein zentraler erster Schritt ist
Viele Betroffene berichten, dass allein das Verstehen der Zusammenhänge eine Entlastung darstellt:
-
Die Symptome werden erklärbar
-
Schuld- und Versagensgefühle nehmen ab
-
der Fokus verschiebt sich von „Was stimmt nicht mit mir?“ zu „Was passiert in meinem Körper?“
Dieser Beitrag soll Orientierung geben, nicht therapieren.
Einordnung zur aktuellen Fachliteratur
Aktuelle fachliche Beiträge aus dem medizinischen und heilpraktischen Bereich (Der Heilpraktiker Fachzeitschrift Januar 2026) diskutieren zunehmend die neurobiologischen und zyklusabhängigen Zusammenhänge von PMDS.
Dieser Blogartikel versteht sich nicht als Zusammenfassung, sondern als übersetzende, evidenzbasierte Einordnung für Betroffene und Interessierte.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der Gesundheitsinformation.
Er stellt keine Diagnose, keine Therapieempfehlung dar und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Es werden keine Heilversprechen abgegeben.
Wissenschaftliche Quellen
-
Epperson CN et al. Premenstrual Dysphoric Disorder: Evidence for a Neurobiological Disorder. American Journal of Psychiatry, 2012
-
Schmidt PJ et al. Neuroendocrine mechanisms of PMDD. Psychoneuroendocrinology, 2017
-
Yonkers KA et al. Practice Guideline for the Treatment of PMDD. Obstetrics & Gynecology, 2015
-
Rapkin AJ, Lewis EI. PMDD: Diagnosis and Treatment. CNS Drugs, 2013
-
Bixo M et al. Treatment of PMDD – Current Perspectives. International Journal of Women’s Health, 2017
-
Bildquelle: Adobe Stock / Adobe Express
Viele Frauen erleben zyklische Veränderungen.
Für manche jedoch wird die zweite Zyklushälfte jeden Monat zu einer massiven Belastung – emotional, kognitiv und körperlich.
Reizbarkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmung, Angst, Schlafstörungen oder das Gefühl, „nicht mehr man selbst zu sein“ treten regelhaft vor der Menstruation auf und verschwinden oft mit Beginn der Blutung.
Wenn diese Symptome nicht nur unangenehm, sondern deutlich einschränkend sind, kann es sich um die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) handeln.
PMDS ist real. Und sie ist ernst zu nehmen.


